Hamburg Pride 2018

Nun ist es also wieder so weit. Pride Week. CSD in Hamburg. Die queeren Feiertage haben begonnen. Am Wochenende wurde die Pride Week mit der Pride Night eröffnet. Eigentlich schon am Freitag mit einem sehr politischen Rot-Grünen Bürgerschaftsempfang im Hamburger Rathaus. Und seit Sonnabend heißt es auch ganz offiziell „Happy Pride“. In der öffentlichen Wahrnehmung ist der CSD eine Mischung aus Karneval und Love Parade, aber er ist doch so viel mehr. Zum einen ist es für viele queere Menschen ein unglaublich starkes Symbol einmal im Jahr als Mehrheit durch die Hamburger Innenstadt zu ziehen. Da küssen sich Jungs auf offener Straße, die sonst nicht in der S-Bahn Händchen halten würden. Da kommen Kerle im Fummel, die sie sonst niemals außerhalb der eigenen vier Wände tragen würden. Einmal dürfen sie sich das trauen – ohne einen prüfenden Blick über die Schulter werfen zu müssen. Und genau darum, weil sie es sich nur einmal im Jahr trauen, ist der CSD immer noch so wichtig. Blickt man auf das politische und gesellschaftliche Klima, ist der CSD sogar wieder wichtiger geworden. Der Ton wird rauer. Minderheiten sind wieder im Fokus – wir gegen die, das funktioniert leider immer noch ganz wunderbar. Die AfD will die sogenannte „Ehe für alle“ wieder abschaffen. Hassverbrechen nehmen zu. Da braucht es starke Signale und kraftvolle Bilder!

Doch der CSD ist ja nicht nur Party und Demo. Seit Jahren findet in Hamburg die Pride Week statt. Eine Woche in der sich die Community intensiv mit verschiedensten Themen auseinander setzt. Die Einladung geht aber immer an alle. „Geschlechtergerechte Sprache und inklusive Kommunikation“ geht uns alle an. Ja, ich fremdel selbst noch mit dem * und Innen – aber wir sollten uns einfach bewusst sein, wie Sprache wirkt, wie machtvoll sie ist und wie mit Sprache Macht ausgeübt wird. Ein bewusster Umgang mit Sprache kann das Miteinander verbessern, in dem wir achtsam miteinander kommunizieren. „Lesben raus“ der Autorin Stephanie Kuhnen beleuchtet das Problem der mangelnden Sichtbarkeit von Lesben. Ein Nischenproblem? Nein, denn wenn auch in der queeren Community Frauen um ihre Sichtbarkeit kämpfen müssen, dann wirft das ein ziemlich unangenehmes aber längst überfälliges Schlaglicht auf das Frauenbild in unserer Gesellschaft – und das geht vor allem auch heterosexuelle Männer was an.

Ich freue mich jedes Jahr wieder auf die Pride Week und wünsche mir mehr öffentliches Interesse. Den Machern von CSD und Pride Week gilt wie jedes Jahr mein Dank und tief empfundener Respekt – nicht nur weil ich sie als wunderbare engagierte Menschen kenne, sondern weil sie da ein verdammt gutes Ding auf die Beine stellen! #Happy Pride

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